Eine Plattform für Filmkritik. Wir sind im Kino gewesen – und schreiben über das, was uns begeistert, bewegt oder gestört hat. Gegründet wurde der Blog 2014 auf dem LICHTER Filmfest im Rahmen eines hFMA-Workshops. Betrieben wird er von Studierenden aus der Rhein-Main Region.

Spielfilm
Falten, die Geschichten erzählen: A CAPTURED WOMAN "A WOMAN CAPTURED" von Bernadett Tuza-Ritter

Falten, die Geschichten erzählen: A CAPTURED WOMAN „A WOMAN CAPTURED“ von Bernadett Tuza-Ritter

Tiefe Falten und müde, traurige Augen. Müsste man das Alter der Frau schätzen, die Regisseurin Bernadett Tuza-Ritter im Dokumentarfilm A WOMAN CAPTURED über anderthalb Jahre mit der Kamera begleitet hat, würde man sie sicher für über 70 halten. Weit gefehlt, denn Marish ist erst Anfang 50. Ihr gezeichnetes Gesicht steht für das, was sie in... Weiterlesen
Müder Kick - "Brazilians" von Csaba M. Kiss und Rohonyi Gábor

Müder Kick – „Brazilians“ von Csaba M. Kiss und Rohonyi Gábor

In einer ungarischen Kleinstadt spielen heute die „Brazilians“ – ein Team aus jungen Roma – vor allem gegen Kleinstadtrassismus. Anpfiff 2‘ Früh steht die Motivation für die junge Mannschaft fest. Das junge, fußballbegeisterte Team kann mit einem Sieg im örtlichen Fußballtunier ein Ticket nach Rio de Janeiro erlangen. Sollte dies Motivation genug sein, damit der... Weiterlesen
The Face you wanted - "MUG" von Małgorzata Szumowska

The Face you wanted – „MUG“ von Małgorzata Szumowska

Is this the face you wanted for me? Is this the face you wanted to see? Piercing glares aimed at my soul. Beyond the flesh. A darkness – That’s all there is. My savior on the hill keeps averting his eyes. Is it still me? Am I still there? Sometimes I think that it’s unfair... Weiterlesen
Not a classic love story: "THE MARRIAGE" von Blerta Zeqiri

Not a classic love story: „THE MARRIAGE“ von Blerta Zeqiri

Irgendwo im Kosovo an der Grenze zu Serbien: Angehörige versuchen unter menschlichen Überresten ihre vermissten Mütter, Väter oder Freunde zu identifizieren. Eine dieser Angehörigen ist Anita (Adriana Matoshi), die gemeinsam mit ihrem Verlobten Bekim (Alban Ukaj) nach ihren im Kosovokrieg verschwundenen Eltern sucht. Der Film „The Marriage“ von Regisseurin Blerta Zeqiri steigt so mit einer... Weiterlesen
Zerschmetterte Subjekte: "THE MARRIAGE" von Blerta Zeqiri

Zerschmetterte Subjekte: „THE MARRIAGE“ von Blerta Zeqiri

Wie ein Akkord aus mindestens drei Tönen bestehen muss, so wird auch die Trias aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Ehe von Anita und Bekim in THE MARRIAGE in Einklang gebracht. Dieser Einklang, also die Verschmelzung der Zeiten, wird von Regisseurin Blerta Zeqiri als Modus verwendet um dem Gedanken einer allumfassenden Betrachtung des Begriffs der... Weiterlesen
We'll always have Kosovo: "THE MARRIAGE" von Blerta Zeqiri

We’ll always have Kosovo: „THE MARRIAGE“ von Blerta Zeqiri

Bekim hat sich im Krieg in einen anderen Mann verliebt. Sein Name: Nol. Seit Kriegsende hat er ihn nicht mehr gesehen. Fast 20 Jahre später, kurz vor seiner Hochzeit mit Anita, die im Kosovokrieg ihre Eltern verloren hat, taucht Nol plötzlich auf. THE MARRIAGE erzählt die Geschichte dieses Wiedersehens. Auf den ersten Blick wirkt die... Weiterlesen
Halbgare Selbstfindung nach Rezept: “RÜCKENWIND VON VORN” von Philipp Eichholtz

Halbgare Selbstfindung nach Rezept: “RÜCKENWIND VON VORN” von Philipp Eichholtz

Man nehme eine Berliner Lehrerin Ende zwanzig, ihren spießigen Freund mit Eisprung-App, einen grundsympathischen Kollegen samt Wohnwagen sowie eine Oma im Paintball-Kostüm und lasse das Ganze zugedeckt bei milder Hitze etwa 77 Minuten köcheln. Dann gebe man eine Portion Wanderlust und reichlich gesellschaftlichen Druck zur Familienplanung hinzu, lösche alles mit ein paar Feel-Good-Songs ab und... Weiterlesen
Nicht in guten Händen: "Home" von Fien Troch

Nicht in guten Händen: „Home“ von Fien Troch

Wir bedienen uns zwar unserer Münder, um zu sprechen, aber nicht notwendigerweise, um das Innere wirklich zu verlauten. Gedanken und deren Klänge müssen nicht im Einklang sein – falls überhaupt etwas herauskommt. Die Fläche unserer Körper ist lautlos, aber lauter. Unsere Mimik, unsere eigenen Hände – unsere Verräter. So wie Ungeduld durch die Knie und... Weiterlesen
Stilisierter Antiheld: "A Beautiful Day" von Lynne Ramsay

Stilisierter Antiheld: „A Beautiful Day“ von Lynne Ramsay

Joe hat mit dem Leben abgeschlossen. Aus seiner Zeit beim Militär kehrte er, ein ohnehin schon durch Traumata geplagter Mann, nun völlig gebrochen in eine farb- und freudlose Welt zurück. Seine pflegebedürftige Mutter bildet für ihn den letzten Bezugspunkt. Zur Aufarbeitung alter Sünden, vielleicht auch in Ermangelung echter Alternativen, hat Joe es sich zur Aufgabe... Weiterlesen
TANZVERWEIGERUNG UND SORGFALTKUCHEN: "RÜCKENWIND VON VORN" VON PHILIPP EICHHOLTZ

TANZVERWEIGERUNG UND SORGFALTKUCHEN: „RÜCKENWIND VON VORN“ VON PHILIPP EICHHOLTZ

…ähm, Moment. Was wollte ich denn überhaupt nochmal? Es wäre schön, einfach mal spontan in den Supermarkt der Lebensentscheidungen hineinzuspazieren. Frei von jeglichen vom Festhalten in der Hand geknüllten Lebenseinkaufslisten. Keine präfabrizierten, von der Firma „Üblich & Erwartungsmann“ en gros angebotenen Zettel. Und einfach mal die aus den Lautsprechern ertönende, Senf gebende „Senfonie“ der nicht... Weiterlesen
Zu Hause ist es am schlimmsten: "HOME" von Fien TROCH

Zu Hause ist es am schlimmsten: „HOME“ von Fien TROCH

Perspektive erfordert stets einen festen Ort, eine einnehmbare Position, von welcher der Blick in eine bestimmte Richtung geworfen werden kann. Sie steht für das Verhältnis zwischen den Dingen, liefert Klarheit, Erkenntnis und Sicherheit. Jeder wünscht sich Sicherheit, und jeder wünscht sich eine Perspektive im Leben. Wenn der sichere Boden unter den Füßen aber fehlt, dann... Weiterlesen
FRANZ BIBERKOPF RELOADED: "SOLLERS POINT" von Matt Porterfield

FRANZ BIBERKOPF RELOADED: „SOLLERS POINT“ von Matt Porterfield

Für eine gute Geschichte ist ein Held vonnöten, der ein Ziel verfolgt. So die goldene Regel jeder Drehbuchklasse. Ein Protagonist, der ein Ziel im Blick hat, treibt eine Erzählung voran, macht sie lesenswert und spannend. Ausnahmen bestätigen so ein Gesetz schon mal, da wäre zum Beispiel Döblins „BERLIN ALEXANDERPLATZ„, dass in den Achtzigern von Rainer... Weiterlesen